Demografie

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Es war die politische Rettung für Fürst Otto von Bismarck, als er zwischen 1883 und 1889 das deutsche Sozialversicherungssystem einführte. Die soziale Ungerechtigkeit zwischen den herrschenden Industriellen und dem proletarischen Arbeitervolk waren zu groß geworden, und gaben der neuen oppositionellen linken Bewegung einen enormen Zulauf. Den sozialen Ausgleich forderte die sozialistische Arbeiterpartei Deutschland, heute besser bekannt, als Sozialdemokratische Partei Deutschland (SPD). Den revolutionären Aufstand befürchtend, führte Fürst Otto von Bismarck 1883 die gesetzliche Krankenversicherung ein. Nur das Versprechen künftiger Generationen gaben Bismarck die Möglichkeit, das gesetzliche System, basierend auf dem Umlageverfahren, beginnen zu lassen. Die demographische Situation, „viele Junge, wenig Alte“ war und ist Grundlage des sozialen Systems (s. Altersaufbau des Deutschen Reiches zum 01.12.1890). Bereits mit der „kaiserlichen Botschaft“ von 1881 verkündet Kaiser Wilhelm I., dass: „die Bürger der Gesamtheit gegenüber einen begründeten Anspruch auf ein höheres Maß staatlicher Fürsorge, als ihnen bisher zu Teil hat werden können“ bekommen würden.

Unsere gegenwärtigen Politiker dürfen von solchen politischen Kernaussagen nur träumen. Denn die deutsche soziale Lebensstandardsicherung entwickelt sich zur reinen Existenzabsicherung zurück. Schuld daran die demographische Entwicklung, spätestens seit dem 1. Juni 1961! Nicht nur Marilyn Monroe feierte an diesem Tag Geburtstag, sondern auch die Antibabypille. Mit Zulassung der ersten Pille, „Anvolar“ der Firma Schering, hatten die deutschen Frauen endlich die Möglichkeit, völlig eigenständig zu entscheiden, ob und wann sie schwanger werden wollten. 1970 verkaufte der Pharmakonzern Schering in der Bundesrepublik 27,8 Millionen Packungen. Die Folge war der sogenannte „Pillenknick“. Zwischen 1963 und 1978 sinkt die Zahl der Geburten um fast 50%.

Die Gründungsväter Fürst Otto von Bismarck und Kaiser Wilhelm I. sind damit über den Vorwurf erhaben, dass ihr Sozialsystem 130 Jahre später zum Scheitern verurteilt ist, aufgrund der Emanzipation der Frauen.

Wie hätten sie wissen sollen, dass Hormone in Form einer kleinen Pille, ganze Staatshaushalte in Schieflage bringen würde. Dennoch, die Gleichstellung wurde so konsequent genutzt, dass 60 Jahre nach Einführung der Antibabypille die Auswirkungen deutlichst zu spüren sind. Wir leben in einer überalternden, deutschen Bevölkerung. Die demografische Statistik zeigt keine Pyramide mehr wie um 1890, sondern mutiert vom Tannenbaum zum Pilz.

Bevölkerungswissenschaftler, die sich mit dem existenten sozialen System beschäftigen, fürchten seit jeher diese Veränderung. Das soziale System nach dem Generationenvertrag ist mit der vorliegenden demografischen Struktur nicht mehr aufrecht zu halten. Die monetären Engpässe, besser bekannt als „Löcher“ des Sozialsystems, sind ohne Veränderungen nicht mehr zu füllen.